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An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige häufig gestellte Fragen beantworten.
- Welche Vorlesungs-Philosophie besitzt das Institut für Organisation und Führung?
Vorlesungen der BWL sind in Deutschland leider oft Massenveranstaltungen. Wir würden uns freuen, wenn uns dennoch ein persönlicher Bezug zu Ihnen gelänge. Denn im Gegensatz zur Buchlektüre im stillen Kämmerlein ist eine Vorlesung im Wesentlichen eine menschliche Begegnung, die vom Austausch lebt. Gleichwohl werden wir als Dozenten in Anbetracht des zur Verfügung stehenden Zeitrahmens primär vortragen. Es geht in unseren Vorlesungen aber nicht allein um Stoffvermittlung - mindestens genauso wichtig ist uns Ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Lehrstoff! Wir möchten Sie weniger zur Reproduktion als vielmehr zum eigenen Nach- und Weiterdenken anregen.
- Wo erhalte ich das Passwort für die Vorlesungsunterlagen?
Das deutsche Urheberrecht gestattet es nicht, die Vorlesungsunterlagen frei zur Verfügung zu stellen, da sie in geringem Umfang Inhalte fremder Urheber enthalten. Wir dürfen daher das Material nur dem "bestimmt abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern" zugänglich machen, sprich den Teilnehmern der Vorlesungen, Übungen oder Seminare. Die Passwörter erhalten Sie daher ausschließlich in der jeweiligen Veranstaltung direkt vom Dozenten.
- Wann stehen die Ergebnisse zur Klausur fest?
Wir bemühen uns, Klausuren möglichst zügig zu korrigieren. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir die Bearbeitungszeit in der Regel schlecht abschätzen können. Es gilt daher: "When it's done." Sobald die Noten feststehen, werden Sie darauf in der Rubrik Aktuelles hingewiesen. In der Regel werden die Noten im Internet bekanntgegeben. Unsere Nachrichten können Sie übrigens auch per RSS-Feeds oder Twitter-Feeds abonnieren, so dass Sie keine wichtige Meldung verpassen (siehe dazu Aktuelles).
- Warum gibt es zu den Vorlesungen kein Skript?
Zu unseren Vorlesungen wird zu Beginn des Semesters ein elektronischer Foliensatz herausgegeben, der etwa drei Viertel der Vorlesungsfolien beinhaltet. Der Foliensatz konzentriert sich auf Schaubilder, die sehr textlastig sind oder kompliziertere Abbildungen wiedergeben. Ziel ist es, den Studierenden dadurch mehr Zeit zum Zuhören zu verschaffen. Gleichwohl wird durch diese Vorgehensweise das eigene Mitschreiben nicht komplett abgeschafft (siehe nächste Frage). Wer an einer kompletten Vorlesungsmitschrift interessiert ist, hat zwei Optionen: Zum einen kann er sich gute Mitschriften aus dem vergangenen Semester besorgen, zum anderen existieren zu den Vorlesungen Organisation, Einführung in die Unternehmensführung und Wissensmanagement eigene Lehrbücher. Will man sich diese Bücher nicht kaufen, kann man gern auf unsere Universitäts- oder Seminarbibliothek zurückgreifen.
- Warum stehen nicht alle Folien zu den Vorlesungen im Netz?
Die Vorlesung soll eine Mischung aus Zuhören und aktiver Mitarbeit sein. Letztere besteht aus Fragen bzw. inhaltlichen Einwürfen des Auditoriums und dem Mitschreiben ausgewählter Folien. Auf diese Weise wird sichergestellt, das die Studierenden gedanklich „am Ball bleiben“. Überdies ist erwiesen, dass die Kombination aus Zuhören und Mitschreiben für eine bessere Erinnerbarkeit des Vorlesungsstoffs sorgt. Man ist auch nicht versucht, nur lose zuzuhören, weil alle Charts bereits vorliegen. Und schließlich: Es wäre doch langweilig, wenn man zu Beginn des Semesters bereits sämtliche Beispiele und Bilder sieht. Oder würden Sie sich einen Film im Kino anschauen, dessen Handlung sie bereits bis ins Detail kennen?
- Müssen wir alle Bücher lesen, die von Ihnen empfohlen werden?
Nein. Wichtig ist vor allem die Basisliteratur und von der auch nur der Stoff, der tatsächlich in der Vorlesung behandelt wird. Und auch dieser - bei z.B. drei angegebenen Basisquellen - nicht dreifach. Man muss also nicht, wie gelegentlich behauptet wird, für jede Vorlesung 2000 Seiten lesen. Die Angabe mehrerer Monographien möchte verhindern, dass Sie von vornherein keine anderen Texte mehr wahrnehmen. Die Basisquellen sind nur ein Vorschlag. Ob einem ein Buch zusagt, ist schließlich auch Geschmackssache.
- Warum haben wir es im Bachelor nicht leichter? Es ist doch "nur" ein Bachelor!
Wollen Sie das wirklich? Dass alle Dozenten gegenüber dem alten Diplom die Anforderungen senken und sich in der Wirtschaft der Eindruck eines Schnell- und Billigstudiums herausbildet? Der Bachelor hat nach Angaben des Wissenschaftsrates deutliche Akzeptanzprobleme, sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Studierenden. Man kann hier also bestenfalls den Lehrumfang (also die Zahl der Veranstaltungen) reduzieren, aber niemals deren Niveau. Sie haben in ihrer "Uni-Zeit" einen Anspruch auf akademische Bildung und Erkenntnis. Die meisten Studierenden fordern dies übrigens auch ein.
- Warum wird bei Prüfungen kein relevanter Stoff eingegrenzt?
Wer prüfungsrelevanten Stoff eingrenzt, der grenzt zugleich auch aus. Nach welchen Kriterien sollte man Stoff ausgrenzen? Bedeutet dies nicht letztlich, dass dieser Stoff weniger wichtig zu wissen und damit im Endeffekt verzichtbar wäre? Der Lehrstuhlinhaber und seine Mitarbeiter sind bemüht, aus der schier unendlichen Fülle vorhandener Konzepte und Ideen die für die Studierenden wichtigsten auszuwählen. Insofern findet bereits – für Außenstehende oft nicht erkennbar – im Vorfeld eine Abgrenzung des Stoffs statt.
- Warum gibt es keine Musterlösungen zu den Klausuren?
Veröffentlichte Musterlösungen haben ein Problem: Sie suggerieren den Studierenden, dass man eine Frage so – und auch eben nur so – beantworten kann. Dies trifft aber in vielen Fällen nicht zu, was u.a. daran liegt, dass sich in verschiedenen Semestern die Klausurfragen in wenigen, aber entscheidenden Nuancen verändern können. Viele Fragen sind nur auf den ersten Blick identisch. Außerdem werden von uns durchaus auch Antworten anerkannt, die nicht in der "Standardlösung" auftauchen. Musterlösungen werden daher mit Ihnen zusammen in entsprechenden Vorbereitungsveranstaltungen - rechtzeitig vor dem Klausurtermin - gemeinsam erarbeitet und ausführlich besprochen. Der Besuch dieser Veranstaltungen ist erfahrungsgemäß sehr hilfreich.
- Muß ich die Übung besuchen?
Eine Übung dient gemeinhin dazu, den Studierenden dabei zu helfen, den Stoff von Vorlesungen anzuwenden, also den Schritt vom passiven Zuhören ("Kennen") zum aktiven Mitarbeiten zu tun ("Können"). Wir organisieren die Übung daher, soweit es geht, als Fallstudien-Übung. Dabei wird letztlich nicht nur Lehrstoff vertieft, sondern auch das methodisch beste Vorgehen bei der Lösung betrieblicher Probleme vermittelt. Für Diplomstudenten sowie im Master wird die Übung meist noch mit credits (LP) bedient, im Bachelor gibt es dafür keine Punkte. Insofern ist für Bachelorstudenten der Besuch der Übung KEINE PFLICHT. (Strenggenommen ist auch der Vorlesungsbesuch keine Pflicht.) Sie stellt von daher eher ein Angebot zur begleiteten Nacharbeitung der Vorlesung dar. Ob Sie dieses Angebot annehmen, steht Ihnen frei. Nachtrag: Eine Vorlesung im Bachelor bekommt 2,5 LP, das entspricht einem Arbeitsaufwand von 75 Stunden. Nach dem Besuch von 14 Vorlesungen bleiben also noch ca. 50 Stunden zum selbständigen Studium übrig. Ob Sie diese angeleitet oder freischwebend nutzen, bleibt letztlich Ihnen überlassen.
- Was wird bei einer Bachelor-Arbeit erwartet?
Die Bachelorarbeit ist eine sog. Qualifikationsschrift - sie muss als formale, prüfungsrechtliche Voraussetzung angefertigt werden, um ein Bachelor-Studium erfolgreich abzuschließen. An unserem Institut umfasst die Arbeit 30 Textseiten (plus Literaturverzeichnis) und soll - zumindest von der Idee her - ein im Studium erlerntes theoretisches Instrument oder Modell auf ein berufspraktisches Problem anwenden. Anders gesagt: Die Arbeit soll auf solider Basis anwendungs- bzw. lösungsorientiert sein. Man muss dazu nicht zwingend ein entsprechendes Praktikum in einem bestimmten Betrieb absolviert haben; Erfahrungsberichte aus dem wirtschaftlichen Alltag lassen sich auch guten Tageszeitungen oder gängigen Fachzeitschriften entnehmen (Wirtschaftswoche, Handelsblatt, Manager-Magazin, Financial Times Deutschland, Wirtschaftsteile der FAZ oder der Süddeutschen Zeitung). Sprechen Sie uns an!
- Wie schaffe ich ein erfolgreiches Studium? Wie kann ich sicherstellen, dass ich aus meiner Uni-Zeit möglichst viel mitnehme?
Es gibt vor allem zwei Möglichkeiten, eine Klausur erfolgreich zu bestehen: In der Vorlesung gut zuhören und mitschreiben ist die eine, den behandelten Stoff in guten Lehrbüchern nachlesen und die Veranstaltung systematisch nacharbeiten die andere. Am besten tut man natürlich beides. Wer in der Vorlesung nicht aufpasst, nie ein Buch in die Hand nimmt und sich ausschließlich auf das Skript verlässt, das er zudem erst wenige Tage vor der Klausur zu Rate zieht, wird vermutlich scheitern. Aber gleichgültig, welchen Weg man einschlägt: Man sollte nie den Zeitbedarf des Wissenserwerbs unterschätzen. Fangen Sie also rechtzeitig an, sich mit dem Lehrstoff zu beschäftigen! Und auch wenn Ihnen schlaue Studienratgeber das Gegenteil einreden wollen: Lernen ist nicht primär eine spaßbeladene Tätigkeit, sondern notgedrungen mit Anstrengung verbunden. Am Anfang steht immer ein gewisser Leistungswille. Aus Leistungswille wird Leistung, aus Leistung schließlich Erfolg. Und der macht dann Spaß. Für unsere heutige Zeit, in der gerne das anstrengungslose "easy listening" betont wird, ist diese Einsicht beinahe neu. Unseren Vorvätern war dieser Zusammenhang hingegen keineswegs neu; für sie war immer klar: Ohne Fleiß kein Preis! Oder wer es lieber mit Altmeister Goethe will: "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen!"
- Was kann ich noch tun?
Ganz einfach: Mitdenken hilft! Finden Sie selbst Beispiele, die den Lehrstoff anwenden! Denken Sie kritisch über die Konzepte der Vorlesung nach! Erklären die vorgestellten Modelle die Realität? Sind die Definitionen zweckmäßig? Kann man die Wirklichkeit auch anhand alternativer Deutungen verstehen? Lesen Sie gezielt in guten Lehrbüchern nach, wenn Sie etwas nicht verstehen oder mehr wissen wollen. Löchern Sie uns! Kurzum: Entwickeln Sie ein gewisses Interesse für das Fach - das macht das (akademische) Leben bedeutend leichter. Den Schlüssel zum Studienerfolg haben SIE in der Hand, nicht der Vorlesende.
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