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Im Monat August empfiehlt Ihnen Björn Hobus:

Blue_Ocean

Für das Studium: "Blue Ocean Strategy" ("Der Blaue Ozean als Strategie") von W. Chan Kim und
Renée Mauborgne

Die strategische Unternehmensführung ist stark geprägt von ihren militärischen Wurzeln. Es geht um strategische Positionen, Manöver, Verdrängungs- und Vergeltungsmaßnahmen. Auch das zugrundeliegende Wettbewerbsdenken basiert auf Kriegslogik: Gegner kämpfen um ein begrenztes Terrain, und man muss den Feind schlagen, um erfolgreich zu sein. Kim und Mauborgne (zwei renommierte Managementforscher an der französischen Business School INSEAD, Fontainebleau) stellen in ihrem HBR-Artikel (gefolgt von einem Buch, das zum Bestseller wurde) die Allgemeingültigkeit dieser konventionellen strategischen Logik in Frage. Nach dem Motto "Warum sich mit den Konkurrenten herumärgern, wenn es auch anders geht" fordern sie Manager dazu auf, innovativ zu denken und sich nicht nur auf bestehende Märkte zu konzentrieren. Für diese verwenden sie das Bild der "roten Ozeane", die vom Blut der sich bekämpfenden Rivalen gefärbt sind. Stattdessen empfehlen sie, "blaue Ozeane" zu erschaffen, die noch nicht besetzt und umkämpft sind. Dass sich dies lohnt, zeigen sie in einer Studie mit 108 Unternehmen: Nur 14% aller Produkteinführungen waren echte Innovationen, die neue Märkte erzeugten. Diese sorgten aber für 38% des zusätzlichen Umsatzes und steuerten erstaunliche 61% zur Gewinnsteigerung bei.

Kim und Mauborgne liefern interessante Ansätze, wie Manager auf systematische Weise "blaue Ozeane" kreieren können. Anhand vieler Beispiele (u.a. Ford Model T, Chrysler Minivan, Apple PC, Cirque du Soleil, Southwest Airlines) beschreiben sie ihr Konzept. Diese widerlegen Porters "Stuck-in-the-middle-These": Die Unternehmen senkten ihre Kosten, indem sie dem ruinösen Wettbewerb auswichen, und differenzierten sich gleichzeitig durch das Anbieten neuen Kundennutzens.

Fazit: Ein anregendes Buch, das auf einem einfachen, aber überzeugenden Gedanken beruht. Und obwohl nicht alles wirklich so neu und revolutionär ist, wie es die Autoren darstellen, bereichern die "blauen Ozeane" in jedem Fall das eigene strategische Denken.

Kim, W. Chan/Mauborgne, Renée: Blue Ocean Strategy, in: Harvard Business Review, Vol. 82, October 2004, S. 71-79. (verfügbar in der UB)

 

Sherlock_Holmes_Hobus

Für die Freizeit: "Sherlock Holmes" von Koch Media (mit Jeremy Brett und David Burke)

Zum ersten Mal begegnete mir Sherlock Holmes im Alter von 11 Jahren (mein Alter natürlich...). Mit großer Begeisterung las ich die drei "Ravensburger Taschenbücher" "mit schwierigen Kriminalfällen des berühmtesten Detektivs der Welt". Vor kurzem sind mir Holmes und Dr. Watson erneut begegnet - diesmal aber nicht auf Papier, sondern auf DVD. Da ich genügend Zeit hatte, um die Geschichten zu vergessen, sind alle Folgen jetzt wieder völlig neu für mich. :-)

"Unter Holmesianern" gilt die vom britischen Privatfernsehen ITV zwischen 1984 und 1994 in vier Staffeln produzierte Serie als die beste Adaption der Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle. Zum einen bleibt die Produktion sehr eng am Originaltext und liefert eine sehr realistische Beschreibung des Lebensstils im viktorianischen England. Eine sehr aufwendige Kulisse (Holmes fiktiver Wohnsitz in der Londoner Baker Street 221 B wurde in Manchester umfangreich nachgebaut), Maske und Kostüme entführen den Zuschauer vollständig ins späte 19. Jahrhundert. Zum anderen ist die Hauptrolle mit dem britischen TV- und Bühnenschauspieler Jeremy Brett einfach perfekt besetzt: er spielt nicht Holmes, Brett ist Holmes - ein unterkühlt bis arrogant wirkender Exzentriker mit scharfem Verstand, dessen emotionaler Kern nur manchmal durch die gleichgültige und rationale Fassade dringt. Sein Einsatz von Sprache (unbedingt das englische Original ansehen und -hören!!), Gestik und Mimik sind faszinierend! Zudem harmoniert er bestens mit David Burke, der einen eher zurückhaltenden, gutmütigen und charakterlich einwandfreien Dr. Watson spielt. Sowohl die pointierten Dialoge als auch die nonverbale Kommunikation zwischen den beiden sind genial.

Im Vergleich zu heutigen Krimiserien sind die damals neuartigen forensischen Methoden, die Holmes einsetzt, sehr bescheiden (einige davon sind vom Autor und studierten Mediziner Doyle in die reale Polizeiarbeit eingeführt worden, z.B. Spurensicherung durch Gipsabdrücke, chemische Untersuchung von Staub auf Kleidungsstücken). Aber eben dadurch können Holmes detaillierte Beobachtungsgabe sowie seine Fähigkeit zur Deduktion voll zur Geltung kommen: mit messerschaffen Schlüssen löst er seine Fälle. Und gerade dies macht den Spaß beim Zuschauen aus, denn man ist jederzeit zum Mitkombinieren aufgefordert.